Beitrag: NIS2 in der Praxis – Teil 13: Umwelt- & physische Sicherheit – wenn Gebäude, Strom & Zutritt mitspielen müssen

Auf einen Blick

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NIS2: Sind Sie vorbereitet?

Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen betroffen ist, und erfahren Sie, welche Maßnahmen nötig sind. Wir machen die Umsetzung für Sie einfach und praxisnah!

NIS2 in der Praxis – Teil 13: Umwelt- & physische Sicherheit – wenn Gebäude, Strom & Zutritt mitspielen müssen

Einordnung: NIS2 endet nicht an der Tür zum Serverraum

Mit Firewalls, EDR, Backup und Schulungen sind viele NIS2-Projekte schon gut beschäftigt.
Aber: All diese Maßnahmen helfen wenig, wenn

  • der Serverraum vollläuft,
  • die Klimaanlage ausfällt,
  • der Strom weg ist,
  • oder jemand „einfach so“ in sensible Bereiche hineinspazieren kann.

Genau deshalb gibt es im Annex der NIS2-Umsetzungsverordnung (NIS2UmsVO) das Kapitel:

13. Sicherheit des Umfelds und physische Sicherheit

mit den Unterpunkten:

  • 13.1 Unterstützende Versorgungsleistungen
  • 13.2 Schutz vor physischen Bedrohungen und Bedrohungen des Umfelds
  • 13.3 Perimeter und physische Zutrittskontrolle

Auf nis2-umsetzung.com sind diese Anforderungen bereits mit Originaltext, vereinfachter Erklärung und Auditfragen aufbereitet:

👉
13. Sicherheit des Umfelds und physische Sicherheit

Der Annex gilt dabei als „Goldstandard“ für Cybersicherheit, da er Art. 21 NIS2 und §30 BSIG in konkrete, prüfbare Maßnahmen übersetzt.

1. Unterstützende Versorgungsleistungen – ohne Strom & Klima keine IT (13.1)

Unter 13.1 fordert die NIS2UmsVO Maßnahmen, um Verluste, Schäden oder Unterbrechungen durch Ausfälle unterstützender Versorgungsleistungen zu verhindern, insbesondere:

  • Stromversorgung
  • Temperatur- und Feuchtigkeitsregelung
  • Internet- und Netzanbindung
  • USV, Notstrom, Brandmelde- und Alarmsysteme

Praktisch bedeutet das:

  • Analyse kritischer Versorgungsabhängigkeiten
  • Redundanzen (USV, Generator, zweite Internetleitung)
  • Monitoring von Strom, Klima und Netzverfügbarkeit
  • Verträge mit Dienstleistern inkl. SLA und Eskalationswegen
  • regelmäßige Tests (Notstrom, Failover, Klima)

👉
Detailseite 13.1 – Unterstützende Versorgungsleistungen

2. Schutz vor physischen Bedrohungen & Bedrohungen des Umfelds (13.2)

Kapitel 13.2 erweitert den Fokus auf physische und umweltbedingte Risiken, darunter:

  • Naturereignisse (Hochwasser, Sturm, Hitze, Feuer)
  • vorsätzliche Handlungen (Einbruch, Sabotage, Vandalismus)
  • unbeabsichtigte Ereignisse (Wasserschäden, Fehlbedienung)

Typische Maßnahmen sind:

  • geeignete Standort- und Baukonzepte
  • Brand- und Einbruchmeldeanlagen
  • Lösch- und Wasserdetektionssysteme
  • klare Melde- und Reaktionsprozesse
  • regelmäßige Übungen und Tests

👉
Detailseite 13.2 – Schutz vor physischen Bedrohungen

3. Perimeter & physische Zutrittskontrolle – „nicht jeder überall“ (13.3)

Unter 13.3 wird die physische Zugriffskontrolle konkret geregelt:

  • Definition von Sicherheitsperimetern
  • Schutz sensibler Bereiche durch Zutrittskontrollen
  • Überwachung und regelmäßige Überprüfung
  • geregeltes Besuchermanagement

Praxisbausteine:

  • Sicherheitszonen (öffentlich, intern, sensibel, hochkritisch)
  • elektronische Zutrittskontrollen (Karten, Badges)
  • Begleitpflicht für Besucher
  • Video- und Alarmtechnik unter Beachtung des Datenschutzes

👉
Detailseite 13.3 – Perimeter und physische Zutrittskontrolle

4. Verzahnung mit anderen NIS2-Bausteinen

Kapitel 13 ist eng verzahnt mit:

  • Business Continuity (Kapitel 4)
  • Risikomanagement (Kapitel 2)
  • Asset Management (Kapitel 12)
  • Zugriffskontrolle (Kapitel 11)
  • Sicherheit des Personals (Kapitel 10)

Physische Sicherheit ist damit ein integraler Bestandteil der Gesamt-Resilienz.

5. Praxisfahrplan: In 5 Schritten zu physischer Sicherheit nach NIS2

  1. Kritische Standorte & Versorgungen identifizieren
  2. Redundanzen und Versorgungsrisiken bewerten
  3. Physische & Umweltbedrohungen in die Risikobewertung integrieren
  4. Perimeter & Zutrittskonzepte definieren und testen
  5. Dokumentation & Nachweise pflegen

6. Weiterführende Inhalte

Abschlussfrage

Wenn morgen ein Brand, Wasserschaden oder Einbruch Ihre NIS2-relevanten Systeme trifft – können Sie nachweisen, dass Ihre physische und Umweltsicherheit nach Annex 13 geplant, umgesetzt, getestet und dokumentiert ist?

Über den Autor:

Bild von Ralf Becker

Ralf Becker

Geschäftsführer & Datenschutz- / Informationssicherheitsbeauftragter

Ralf Becker begann seine berufliche Laufbahn bei einer Strategie-Beratung, war in unterschiedlichen leiten-den Positionen im Telekom-Konzern tätig, bevor es ihn 2007 wieder in die Beratung zog. Seit 2009 ist er Geschäftsführer der daschug GmbH. Sowohl als zertifizierter Datenschutzbeauftrag-ter wie auch als externer Informationssicherheitsbeauftragter ist er seit mehr als 15 Jahren im Bereich IT-Compliance aktiv. Von ihm und seinem Team werden eine Reihe deutscher mittel-ständischer Unternehmen „hands-on“ betreut. Er verfügt über mehr als 10jährige Erfahrung mit ISO27001-Zertifizierung auch in kleinen Organisationen und dem Aufbau bzw. der Pflege von pragmatischen, tool-gestützten Informationssicherheits-Managementsystemen (ISMS) für KMUs.