
Auf einen Blick
- 1. Warum Cyberhygiene unter NIS2 so wichtig ist
- 2. Was bedeutet Cyberhygiene konkret im Unternehmensalltag?
- 3. Schulungspflichten: Nicht nur Mitarbeitende, auch die Geschäftsleitung
- 4. So bauen Sie ein NIS2-konformes Awareness-Programm auf
- 5. Unsere NIS2-Schulungsbausteine
- 6. Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- 7. Fazit & nächste Schritte
NIS2: Sind Sie vorbereitet?
Prüfen Sie, ob Ihr Unternehmen betroffen ist, und erfahren Sie, welche Maßnahmen nötig sind. Wir machen die Umsetzung für Sie einfach und praxisnah!
NIS2 in der Praxis – Teil 8: Cyberhygiene & Schulungen – Der Mensch als letzte Firewall
aber ohne die Menschen im Unternehmen bleibt jede NIS2-Umsetzung ein Risiko.Die NIS2-Richtlinie macht sehr klar:
Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen braucht es grundlegende Verfahren der
Cyberhygiene und Schulungen im Bereich Cybersicherheit –
für Mitarbeitende und für die Geschäftsleitung.In Teil 8 unserer Reihe „NIS2 in der Praxis“ geht es deshalb um den Faktor Mensch:
- Was versteht NIS2 unter Cyberhygiene?
- Welche Schulungen sind für wen Pflicht?
- Wie sieht ein NIS2-konformes Awareness-Programm aus?
- Und wie können Sie das Ganze auditfest dokumentieren?
1. Warum Cyberhygiene unter NIS2 so wichtig ist
NIS2 dreht an zwei zentralen Schrauben:
- Verantwortung der Geschäftsleitung – Informationssicherheit ist Chefsache.
- Risikobasierter Ansatz – technische, organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen müssen zusammenpassen.
Fast alle erfolgreichen Angriffe nutzen menschliche Schwachstellen:
- Phishing-E-Mails und gefälschte Login-Seiten
- Social Engineering am Telefon oder über Messenger
- ungesicherte Geräte, USB-Sticks, private Cloud-Dienste
- „Nur schnell“ ein Dokument per WhatsApp oder privatem Mail-Account
Genau hier setzt der Begriff Cyberhygiene an:
Es geht um tägliche Routinen und Verhaltensmuster, die Fehler verhindern –
vergleichbar mit Hygieneregeln im Gesundheitswesen.
NIS2 verlangt nicht „irgendwelche Schulungen“, sondern
risikoorientierte, regelmäßige und nachweisbare Maßnahmen.
2. Was bedeutet Cyberhygiene konkret im Unternehmensalltag?
Cyberhygiene ist mehr als „keine Post-its mit Passwörtern am Monitor“.
Technische Basis & Verhalten
- Verschlüsselte, aktualisierte Geräte mit Bildschirmsperre
- Starke Passwörter und Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA)
- Keine ungeprüfte Nutzung privater Cloud-Dienste („Shadow IT“)
- Regelungen für externe Speichermedien
- Sicheres Arbeiten im Homeoffice und in öffentlichen WLANs
Sicheres Arbeiten mit E-Mails & Web
- Erkennen typischer Phishing-Merkmale
- Keine Eingabe von Zugangsdaten nach ungeprüften Klicks
- Sensibler Umgang mit Anhängen (Office, ZIP, Links)
Meldekultur & Reaktionsfähigkeit
- Klare Meldewege bei Verdachtsfällen
- Besser einmal zu viel melden als einmal zu wenig
- Fehlerkultur statt Schuldzuweisungen
Diese Punkte sind konkrete NIS2-Maßnahmen, wenn sie:
- in Richtlinien geregelt,
- in Schulungen vermittelt und
- im Alltag gelebt werden.
3. Schulungspflichten: Nicht nur Mitarbeitende, auch die Geschäftsleitung
NIS2 unterscheidet nicht strikt zwischen IT und „Rest“ – im Gegenteil:
- Mitarbeitende müssen sicher arbeiten und Vorfälle melden können.
- Admins brauchen vertiefte technische Inhalte.
- Geschäftsleitungen müssen Pflichten, Haftung und Steuerung verstehen.
Ein einziges Standard-E-Learning reicht daher nicht aus.
Gefordert sind rollenbasierte Schulungskonzepte.
4. So bauen Sie ein NIS2-konformes Awareness-Programm auf
Ein Awareness-Programm folgt demselben Prinzip wie ein ISMS:
- Ziele definieren
- Zielgruppen festlegen
- Inhalte & Formate planen
- Durchführung & Dokumentation
- Wirksamkeit prüfen
4.1 Zielgruppen & Ziele
- Alle Mitarbeitenden
- Führungskräfte
- IT-/OT-Teams
- Geschäftsleitung
4.2 Inhalte aus der Risikobewertung ableiten
Awareness muss risikobasiert sein – orientiert an Ihrer NIS2-Risikobewertung,
typischen Bedrohungen und bestehenden Maßnahmen.
4.3 Formate & Frequenz
- E-Learning für Grundlagen
- Webinare & Workshops für Schlüsselrollen
- Micro-Learnings
- Phishing-Simulationen
4.4 Dokumentation & Nachweise
- Schulungskonzepte & -pläne
- Teilnehmerlisten & Zertifikate
- Testergebnisse & Auswertungen
4.5 Wirksamkeit messen
- Schulungsquote pro Zielgruppe
- Bestehensquoten
- Phishing-Klick- vs. Melderaten
5. Unsere NIS2-Schulungsbausteine
5.1 Cybersicherheitsschulung nach NIS2
Cybersicherheitsschulung nach NIS2
5.2 NIS2-Schulung für Geschäftsführer:innen
NIS2-Schulung für Geschäftsführer:innen
6. Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- One-Size-Fits-All-Schulungen
- Einmal im Jahr und abgehakt
- Kein Bezug zu internen Prozessen
- Keine Nachweise
- Geschäftsleitung außen vor
7. Fazit & nächste Schritte
Cyberhygiene & Schulungen sind unter NIS2 kein „Soft-Thema“.
Sie sind Pflicht, Resilienzfaktor und zentraler Nachweisbaustein.
Frage an Sie:
Können Sie heute gegenüber Prüfern belegen, dass Cyberhygiene und Schulungen
NIS2-konform geplant, umgesetzt und geprüft werden?
Über den Autor:

Ralf Becker
Geschäftsführer & Datenschutz- / Informationssicherheitsbeauftragter
Ralf Becker begann seine berufliche Laufbahn bei einer Strategie-Beratung, war in unterschiedlichen leiten-den Positionen im Telekom-Konzern tätig, bevor es ihn 2007 wieder in die Beratung zog. Seit 2009 ist er Geschäftsführer der daschug GmbH. Sowohl als zertifizierter Datenschutzbeauftrag-ter wie auch als externer Informationssicherheitsbeauftragter ist er seit mehr als 15 Jahren im Bereich IT-Compliance aktiv. Von ihm und seinem Team werden eine Reihe deutscher mittel-ständischer Unternehmen „hands-on“ betreut. Er verfügt über mehr als 10jährige Erfahrung mit ISO27001-Zertifizierung auch in kleinen Organisationen und dem Aufbau bzw. der Pflege von pragmatischen, tool-gestützten Informationssicherheits-Managementsystemen (ISMS) für KMUs.

